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Akademie Athen


  • Ehemalige Polizeiinspektion 5 Kaspar-Aiblinger-Platz Wasserburg am Inn, BY, 83512 Deutschland (Karte)

ÖffNungszeiten: Donnerstag - Sonntag 13 - 18 Uhr

“kind”

„Da ist mir klar geworden, dass ein Mensch, der nur einen einzigen Tag gelebt hat, mühelos hundert Jahre in einem Gefängnis leben könnte. Er hätte genug Erinnerungen, um sich nicht zu langweilen.“

– Albert Camus, Der Fremde

 Der Rückzug aus der Gesellschaft ist weder neu noch ausschließlich künstlerisch. Von orthodoxen Mönchen auf dem Berg Athos bis hin zu Einsiedler:innen in abgelegenen Hütten hat der Rückzug seit jeher als Mittel der Reflexion, der spirituellen Suche und der Bewahrung innerer Freiheit gedient.

Abgeschiedenheit lässt sich als eine Strategie verstehen: ein vorübergehender Rückzug, der es ermöglicht, mit etwas in die Welt zurückzukehren – mit einem Bild, einem Gedanken, einer Form, die geteilt werden kann.

Für Künstler:innen wird diese Bewegung zwischen Rückzug und Rückkehr zu einer Arbeitsweise. Schöpfung beginnt in einem inneren Raum, in dem die Wahrnehmung geschärft wird und Bedeutung Gestalt annimmt, bevor sie in Form, Sprache oder Geste übersetzt wird.

Dieser innere Raum erinnert oft an einen früheren Zustand: die Kindheit. Das Kind bewohnt Welten der Imagination, des Mythos und der Erzählung mit Unmittelbarkeit und Intensität. Diese Welten sind weitläufig und zugleich privat, weniger durch Logik als durch Empfindung und Assoziation strukturiert.

Im Erwachsenenalter werden solche Wahrnehmungsweisen häufig unterdrückt oder aufgegeben. Künstlerische Praxis kann jedoch als Versuch verstanden werden, sie zu bewahren – oder wiederzugewinnen. Kindheit wird hier nicht idealisiert; sie trägt sowohl die Freiheit der Erfindung als auch den Schmerz der Entfremdung in sich. Was einst ohne Sprache erlebt wurde, kehrt später zurück, wird neu gelesen und neu interpretiert.

Die Bilder und Erzählungen, die frühe Erfahrungen prägen, werden zu Material. Durch sie entkommt die Künstlerin oder der Künstler der Realität nicht, sondern bearbeitet sie neu, wobei der Rückzug als Raum der Transformation dient.

Diese Ausstellung setzt sich mit der Spannung zwischen inneren und geteilten Welten auseinander. Sie versteht Rückzug nicht nur als Zuflucht, sondern als einen Zustand, der Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit formt. Die Arbeiten untersuchen, wie private Erfahrungen fortbestehen, wie sie übersetzt werden und wie sie dem Kollektiven begegnen – oder sich ihm entziehen.

Vernissage am Samstag den 18. September um 18 Uhr

Über uns

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von etwa 20 Künstler:innen, die mit dem LAB12 der Athener Kunstakademie verbunden sind, darunter aktuelle Mitglieder, Absolvent:innen sowie Gäste, die Teil des erweiterten Netzwerks sind. LAB12 ist eine Klasse für Malerei und Multimedia unter der Leitung von Prof. Poka Yio und fungiert als Raum für Austausch, Experiment und kollektives Lernen.

Künstler*innen: Ilya Dervou, Dhinos, Vasiliki Kaminari, Lena Kaouki, Laura Killer, Thodoris Kloukinas, Mimi Kohler, Sophia Papadopoulou (Shawty), Josefine Pytlik, Petros Tasopoulos, Nikolas Tzoufas, Charis Vlachos

Kontakt

Josefine Pytlik, +49 163 7293 064, hello@josefinepytlik.com

 













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